Der Ort Weener
ist
über 1050 Jahre alt. Bereits 951 wurde Weener das erste Mal
urkundlich erwähnt (in den Heberegistern des Klosters Werden).
Die Stadtrechte erhielt der Ort im Jahr 1929. Im 15. Jahrhundert war
Weener noch eine stolze Handelsstadt, wurde aber im
dreißigjährigen Krieg nahezu vollständig
niedergebrannt. Deswegen ist im Stadtwappen

auch ein Phönix als Symbol der Auferstehung aus dem Feuer
abgebildet.
Die Baumschule
Hesse und der Pferdegroßhändler, der u.a. Pferde an
den Französischen Königshof lieferte, brachten Weener
großen Wohlstand ein.
Im Kaiserreich war Weener die
Kreisstadt des Altkreises Weener, der in etwa das heutige Rheiderland
auf deutscher Seite umfasst.
Der Kreis Weener wurde 1932
aufgelöst. Bis dahin war er der kleinste Kreis im Deutschen
Reich.
Der im 16.Jahrhundert angelegte Tidehafen

in Weener, der mit Ende der
Segelschiffzeit um 1900 an Bedeutung verlor, ist 1981/82 mit
erheblichem Aufwand wieder instandgesetzt worden. Zusammen mit dem
Sportboothafen und dem neu entstandenen Marinapark bildet er jetzt eine
Einheit, die es erlaubt, dass Gästeboote fast im Zentrum der
Stadt anlegen können.
Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt Weener das Waagerecht. Das
Waagegebäude stand an der Ecke Süderstr./ Osterstr.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurden dort auch Gerichtstermine abgehalten.
1881 wurde an der Hindenburgstrasse 2 eine neue Waage gebaut.
Auf dem höchsten Punkt Weeners liegt die historische St.
Georgskirche , die heutige ev.-ref. Kirche, die um 1230 erbaut wurde.
Die berühmte Arp-Schnitger-Orgel stammt aus dem Jahre 1709/10.
In unmittelbarer Nähe hierzu gibt das Organeum einen Einblick
in die vielfältige Kultur unserer reichhaltigen
Orgellandschaft.
Der Kaakebogen

bildete
die Trennung zwischen kirchlichem und weltlichem
Bereich. Die Kaake war früher ein bedeutender Marktplatz am
Verkehrsknotenpunkt Leer-Holland und Westfalen. Hier wurden die Vieh-
und Pferdemärkte abgehalten. Besonders durch den Pferdehandel
mit südeuropäischen Ländern war Weener
bekannt. Auch Getreide wurde damals nach Südeuropa verschifft.
Mitte des 19.Jahrhunderts wurde der Pferdehandel durch den Handel mit
Zucht- und Nutzvieh abgelöst. Der Kaakebogen wurde 1984
restauriert.
Das heutige Stadtbild wird geprägt von den Häusern
aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Das älteste Haus in Weener
ist das Frohne Haus (Norderstr. 19), aus dem Jahre 1660,

mit typischem
Renaissancegiebel. Bei einem Besuch im Heimatmuseum mit seinen
prähistorischen Funden und kulturhistorischer Abteilung
erfährt man viel über die Landschaft und ihre
Menschen.
Die Orgelbildungsstätte (Organeum)

ist in einem
historischen
Gebäude (Neugotik) untergebracht und bietet reichlich
Gelegenheit, Einblicke in die Orgelkultur des hiesigen Raumes zu
erhalten.
Sehenswert ist in der Ortschaft Stapelmoor die alte Kreuzkirche
(1250-1300)

und das älteste bewohnte
Pfarrhaus (1429) in
Deutschland sowie die Holländergaleriemühle (1910)
oder die Holländergaleriemühle (1899) im Ortsteil
Möhlenwarf.
Weener erhielt 1929 die Stadtrechte. 1973 erfolgte die Gebietsreform.
Weener schloss sich mit acht
Nachbargemeinden zu einer Einheitsgemeinde zusammen.
Die Stadt Weener besteht seitdem aus neun
Ortschaften, die jeweils eine/n Ortsvorsteher/in besitzen:
- Weener (Kernstadt)
- Kirchborgum
- Diele
- Vellage
- Stapelmoor
- Holthusen
- Weenermoor/Möhlenwarf
- St. Georgiwold
- Beschotenweg
Heute ist Weener eine Kleinstadt mit über 16.000 Einwohnern.
Weener bietet ein reichhaltiges touristisches Angebot mit Campingplatz
für Dauergäste und Touristen, beheiztes Freibad,
schöne Radwanderwege (z.B. die Internationale Dollardroute).
Die Liegenschaft des ehemaligen
Gerätehauptdepots der Bundeswehr in der alten Landsburg - bei
der Friesenbrücke -

wurde von 1939 bis Ende des zweiten
Weltkrieges von der Metallwarenfirma Klatte aus Bremen genutzt und
weiter ausgebaut. Während des 2. Weltkrieges wurden dort
Flugzeugteile gebaut. Zahlreiche Kriegsgefangene, Fremdarbeiter und
Einheimische waren in den Fabrikations- und Montagehallen
beschäftigt. Das Werk war so gut getarnt, dass es als
landwirtschaftlicher Betrieb wirkte. Die Fabrik wurde nach Kriegsende
auf Verfügung der alliierten Kontrollkommission demontiert. In
der ehemaligen Bundeswehrliegenschaft befindet sich noch eine
Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr. Der Rest wird von der Stadt Weener
als Bauhof genutzt und von einem niederländischen Investor
vermarktet.