Zurück Bilder der Stadt Leer

Die Stadt Leer - Das Tor Ostfrieslands

Als das Christentum im Frühen Mittelalter nach Ostfriesland kam, wirkte auf dem Boden Leers der Missionar Liudger und stand bereits im achten Jahrhundert die erste Kirche - aus Holz. Das erste schriftliche Zeugnis, in dem der kleine Ort erwähnt wurde, war die Beschreibung des "Leeraner Fischwunders" von Luidger, Bischof von Münster.
Zur Blütezeit des friesischen Volkes im 14. und 15. Jahrhundert war Leer Sitz der Ukenas, einer der einflussreichsten ostfriesischen Häuptlingsfamilien jener Zeit.

1508 verleiht Edzard der Grosse dem Flecken Leer das Marktrecht. Der Gallimarkt (16. Okt. = St.-Gallus-Tag) findet noch immer jedes Jahr im Oktober statt.

Die erste Volksschule wird 1525 eingerichtet. Graf Johann gründet 1584 eine Lateinschule in Leer. Von 1588 bis 1594 ist Ubbo Emmius Rektor der Lateinschule.

Oberst Erhard Ehrentreuter errichtet 1642 in Loga eine Wohnburg, die er, nach seiner Frau Eva, Evenburg nennt.

1643 wird, im Stile des niederländischen Frühbarocks, das "Haus Samson" erbaut. In der Fassade wird später das Wappen der Familie Vissering eingebracht. Heute ist das Haus Sitz der überregional bekannten Weinhandlung Wolff.
Die lutherische Kirche (Lutherkirche) wird 1675 errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgt am 2. Juni.

Im 18. Jahrhundert beginnt die Industrialisierung in Leer. Verschiedene Fabriken siedeln sich an. (Seifensiederei, Lederfabrik, Leimsiederei und andere).

1730 wird in Loga die Philippsburg erbaut. Die ref. Kirche "St. Liudger" wird 1785 abgebrochen. Lediglich die Krypta bleibt bis in die heutige Zeit erhalten. Am 16. September erfolgt im selben Jahr die Grundsteinlegung für die neue reformierte Kirche. Die offizielle Einweihung erfolgte exakt zwei Jahre später am 16. September 1787.

Cramer von Baumgarten wird 1812 von der französischen Verwaltung als Maire (Bürgermeister) eingesetzt und ist somit der erste Leeraner Bürgermeister. In den Jahren zuvor waren die "Schüttmeister" für die Geschicke der Stadt zuständig. Der Fleck Leer war in 15 Rott unterteilt. In jedem Rott wurde ein Schüttmeister gewählt.
Das Stadtrecht wird im Jahre 1823 von König Georg IV. zugesprochen. Die erste Tageszeitung, das Leerer Anzeigeblatt, erscheint am 15. April 1848 in der Buchdruckerei Zopfs. 1856 erhält Leer mit einem Bahnhof an der "Hannoverschen Westbahn" von Emden nach Rheine eine erste Eisenbahnverbindung, 1856 folgt mit der Eröffnung der Gesamtstrecke Emden-Hannover die Einbindung in das deutsche Eisenbahnnetz.
Am 6. August 1861 verleiht Georg V., König von Hannover, der Stadt ein Stadtwappen. Das Wappen wird in der Urkunde beschrieben: "...im rothen Felde ein silbernes Kastell, über welchem ein goldener Löwe schreitet, ferner auf einem an das Thor des Kastells gelehnten rothen Schilde das weisse Pferd unseres königlichen Wappens ..."

1887 beginnt die Planung für das Rathaus der Stadt. Möglich wurde der Bau durch den Nachlass eines Leeraner Bürgers von rund 160000 Goldmark. In einem Wettbewerb werden 31 verschiedene Vorschläge eingereicht. Gebaut wird der Entwurf des Aachener Prof. Henrici. Nach fünf Jahren Bauzeit wird das Rathaus am 29. Oktober 1894 eingeweiht.
Von 1900 bis 1903 wird der Leeraner Hafen tidefrei umgebaut. Die Ledaschleife wird von der Leda abgetrennt und mit einer Seeschleuse mit der Leda verbunden. Gleichzeitig wird der Schutz vor Sturmfluten verstärkt. Mit einer grossen Feier wird der neue, tidefreie Hafen, am 19. September 1903 eingeweiht.
Von 1925 bis 1928 werden erneut umfangreiche Baumassnahmen in der Stadt durchgeführt. Für den zeitweise grössten Viehmarkt Europas wird auf der Halbinsel Nesse eine neue Viehmarktanlage errichtet. Möglich wurde die Erschliessung der Nesse durch die Zuschüttung des ehemaligen Dockhafens. 1950 verlieh der Niedersächsische Minister des Innern der Stadt Leer das Recht, ein neues Wappen offiziell zu führen. Das neue Stadtwappen basiert auf einem Siegelabdruck von 1639.

Profanere Bedeutung hat Leer für die Viehzucht. Hier wurden aus den früher rostbraunen Rindern die heute vorherrschenden "Schwarzbunten" gezüchtet. Viehzucht und Seehandel bestimmten Leer.

Heute hat die als "Tor Ostfrieslands" bezeichnete Stadt 33.000 Einwohner und ist damit (Wilhelmshaven nicht berücksichtigt) Ostfrieslands drittgrösste.

Zurück Bilder der Stadt Leer